Weinanbaugebiet Navarra

Nordöstlich angrenzend an die bekanntere Rioja, Spaniens Vorzeige-Weinregion, durchzogen von diversen Nebenflüssen des Ebros, erzeugt die Region Navarra saubere und gehaltvolle Weine, die lange unterschätzt wurden.

Die klimatischen Voraussetzungen erlauben der recht kleinen Region eine qualitativ durchaus hochwertige Ernte. Heiße Sommer, dennoch mit ausreichend Regen und Feuchtigkeit folgen auf angenehm warme Frühlingstage. Die Winter sind geprägt von den kalten Winden aus den nördlichen Pyrenäen. Fast ausschließlich Rotweine, vornehmlich aus Tempranillo, Cabernet Sauvignon und Merlot, und diese oft sortenrein, tragen den Ruf dieser Region immer stärker nach außen.

Schon die Römer wussten die einzigartigen klimatischen Vorzüge dieses nordspanischen Landstriches für ihren Weinanbau zu nutzen: Durch Navarra verläuft die Grenze zwischen den feucht-kühlen Luftmassen des Atlantiks und dem heißen, trockenen Mittelmeerklima. Im Nordwesten lösen sich regenreiche Winter mit milden Sommern ab, gen Süden werden die Unterschiede zwischen den Jahreszeiten immer extremer. Kein Wunder, dass in der Region eine besonders große Weinvielfalt zu finden ist.

Die D.O. Navarra ist eine der ältesten Gebiete für Qualitätsanbau mit Herkunftsbezeichnung. Die Bodegas in den fünf Subzonen Baja Montaña, Tierra Estella, Valdizarbe, Ribera Alta und Ribera Baja stellen mit Traditionsbewusstsein und ausgesprochen gutem Gespür für den modernen Weinmarkt international anerkannte Gewächse her. Sie nutzen die unterschiedlichen Mikroklimata und Bodenbeschaffenheiten in den Teilregionen – von sehr kalkhaltig bis lehmig, um Weine mit Persönlichkeit zu schaffen.

Die Weinwelt schätzt die D.O. Navarra dafür, dass hier sowohl Rotweine als auch Weiß-, Rosé- und Moscatel-Süßweine auf konstant hohem Niveau erzeugt werden.

Heute werden auf insgesamt über 18.000 ha sowohl heimische als auch ausländische Trauben angebaut. Die Kultivierung französischer Reben wie Merlot und Cabernet Sauvignon wird durch den Kontrollrat der D.O. ausdrücklich erlaubt – durchaus nicht selbstverständlich im spanischen Weinanbau.

Die wichtigste Traube ist die heimische Tempranillo, die inzwischen auf 40 % der Fläche angebaut wird. Doch Merlot und Cabernet Sauvignon machen zusammen immerhin ein Viertel der kultivierten Böden aus. Sowohl diese französischen als auch die autochthonen, farbintensiven Sorten Graciano und Mazuelo werden bevorzugt für Cuvées mit Tempranillo verwendet. Aus der spanischen Garnacha, die auf ca. 25 % des Gebietes wächst, entstehen kräftige Rotweine und leuchtend frische Rosés.

Seit einigen Jahren sind Weißweine immer beliebter geworden. Besonders die Chardonnays aus Navarra überzeugen durch ihre weichen Aromen und Nuancen von Zitrus und Walnüssen und bieten sich an für den Ausbau im Eichenfass, der den Gewächsen eine elegante Rauchnote verleiht. Die Viura-Traube eignet sich für leichte, harmonisch frische Weine. Obwohl man erst seit 1996 Moscatelweine produziert, bringen diverse Bodegas bereits ausgesprochen hochwertige, fruchtig-elegante Süßweine auf den Markt.

Um die hohe Qualität der Navarraweine zu garantieren, liegen die gesetzlich zugelassenen Höchsterträge bei jeweils 8.000 kg/ha für Rot- und Weißweine. Dies kommt zunächst der Fruchtbarkeit der Böden, der Traubenreife, dem Ernteergebnis und schließlich den Weinen zugute. Seit Jahren erzielt die D.O. kontinuierlich gute bis hervorragende Jahrgänge.

 
 

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